Domschatzkammer

Kirchenschatz und Welterbe

Elfenbeinsitula

Aus dem Stoßzahn eines Elefanten herausgearbeitet, nimmt das kleine Gefäß Bezug auf die Architektur der Aachener Marienkirche. Es greift deren achteckigen Grundriss, die Zweigeschossigkeit und die Säulenstellungen des oberen Umgangs auf. Entstanden nach 1002, diente das Kunstwerk als Schaft des Buchpultes am Heinrichsambo im Dom. Um 1900 wurde es mit einem Metalleinsatz und Henkel sowie den Edelsteinbändern versehen und so zu einem Gefäß (lat. situla = Eimerchen) für Weihwasser umgestaltet.

Wie die Marienkirche scheint die Situla die Himmelsstadt – das Himmlische Jerusalem – anzudeuten. In der unteren Zone stehen acht Wächter vor den Toren der Himmelsstadt, in der oberen Zone sind die wichtigen Vertreter der Christenheit in Gestalt von Kaiser, Papst, Bischöfen und Äbten um den heiligen Petrus angeordnet. Diese Abfolge steht als Sinnbild der Weltordnung und des politischen Programms zur Zeit der ottonischen Könige.

Mittelrhein, Lotharingien, 1002-1014

 

 

 

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