Domschatzkammer

Kirchenschatz und Welterbe

Elfenbeinsitula

Um 1850 entdeckte man, dass der Schaft des Buchpultes am Heinrichsambo (1002-1014) im Dom ursprünglich ein eigenständiges Kunstwerk gewesen war. Es handelte sich um ein ottonisches Eimerchen (lat. situla) für Weihwasser. Das kleine Kunstwerk wurde mit einem Metalleinsatz und Henkeln sowie Edelsteinbändern versehen, um es in der Liturgie zu nutzen. Seit 1931 wird die Situla nicht mehr genutzt und gehört zum Bestand der Domschatzkammer.

Bis heute wird gerätselt, ob sie bereits in ottonischer Zeit oder erst später am Ambo angebracht wurde. Aus dem Stoßzahn eines Elefanten herausgearbeitet, nimmt das kleine Gefäß Bezug auf die Architektur der Aachener Marienkirche (heute Dom). Es greift deren achteckigen Grundriss, die Zweigeschossigkeit und die Säulenstellungen des oberen Umgangs auf.

Wie die Marienkirche scheint die Situla die Himmelsstadt – das Himmlische Jerusalem – anzudeuten. In der unteren Zone stehen acht Wächter vor den Toren der Himmelsstadt, darüber sind Erzbischöfe, Bischöfe, ein Abt und ein König um den heiligen Petrus gruppiert. Diese Zusammenstellung ist wohl als Sinnbild einer idealen kirchlichen Ordnung der Welt zur Zeit der ottonischen Könige zu verstehen.

Mittelrhein/Lotharingien, um 1000

 

 

 

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